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Muster igel rechnung

IGeL-Leistungen sind inzwischen in vielen Praxen etabliert. Dennoch gibt es nach wie vor Unsicherheiten bei der Abrechnung von IGeL, wie uns viele Leseranfragen zeigen. Nachfolgend werden daher die Facetten der IGeL-Abrechnung dargelegt und erläutert. Außer den dargestellten „IGeL-typischen“ GOÄ-Anforderungen sind selbstverständlich auch alle anderen GOÄ-Bestimmungen (zum Beispiel Abrechnungsausschlüsse) bei IGeL-Leistungen genauso gültig wie in der normalen Privatabrechnung. Bevor Einzelfragen zur GOÄ-Handhabung speziell zu IGeL überhaupt geklärt werden müssen, muss feststehen, dass es sich tatsächlich um eine IGeL-Leistung handelt. In Nr. 9/2009 von „Abrechnung aktuell“, Seiten 9 ff., hatten wir die Kriterien dargestellt, anhand derer das im Zweifelsfall geklärt werden kann. Zu IGeL gilt nichts anderes als auch sonst bei der Privatabrechnung: Speziallaborleistungen (Abschnitte M III und M IV der GOÄ) dürfen nur von dem Arzt berechnet werden, der die Untersuchung selber durchgeführt hat. Wird das zu untersuchende Material an einen anderen Arzt geschickt, muss der Patient darauf hingewiesen werden, dass er eine Rechnung von diesem Arzt erhält (§ 4 Abs. 5 GOÄ). Pauschalabrechnungen sind nach der GOÄ unzulässig.

In der Rechnung müssen also auch bei IGeL die GOÄ-Ziffern, (kurze) Leistungsbezeichnungen, Faktoren und der Endpreis stehen. Will man auf einen glatten „Endpreis“ der IGeL kommen, kann man dies nur, indem man den Faktor entsprechend anpasst (ggf. auch mit mehreren Nachkommastellen). Wenn es sich um eine IGeL-Leistung handelt, muss sie als Privatleistung nach der GOÄ abgerechnet werden. Dies gilt auch dann, wenn es sich um eine medizinisch nicht notwendige Leistung handelt (zum Beispiel eine „nur“ ästhetisch indizierte Leistung oder ein privates Attest). § 1 Abs. 1 GOÄ bestimmt die GOÄ als Vergütungsordnung für berufliche Leistungen der Ärzte, wenn nicht ein Bundesgesetz eine Ausnahme begründet. Ein entsprechendes Bundesgesetz zu IGeL gibt es nicht (im Gegensatz zum Beispiel zu GKV-Leistungen, für die das Sozialgesetzbuch den EBM als Abrechnungsgrundlage bestimmt). Mit der Pflicht zur Anwendung der GOÄ sind dann auch weitere Bestimmungen der GOÄ zu beachten.